Tiergestützte Therapie


Impulse durch die Persönlichkeiten und Strategien der Tiere

DSC03335In technischen Bereichen schauen wir längst bewusst auf die Natur und lassen uns auf der Suche nach neuen Entwicklungen inspirieren. Manche Probleme werden gelöst in Anlehnung an herausragende Konzepte von Pflanzen und Tieren, die sich in der Evolution als Erfolgsmodelle qualifiziert haben. Warum sollten wir nicht auch im Bereich des Verhaltens den Blick in die Welt der Tiere wagen und uns von ihren Persönlichkeiten und Strategien anregen lassen?

Welche Tiere würden sich dabei nicht besser eignen als die Hunde. Hunde sind Rudeltiere und brauchen das soziale Miteinander, das auf Vertrauen, Sicherheit und natürlicher Autorität aufbaut. Hunde, vorausgesetzt sie sie gut sozialisiert, verfügen über eine hervorragende Sozialkompetenz. Sie begegnen uns wertfrei , vorbehaltlos, und ehrlich, reagieren schnell und unverstellt auf klare Kommunikation, Übereinstimmung von Körpersprache und Stimme und die Klarheit der Mitteilungen. Sie sind mit einem feinen Sensorium für die Stimmungen des Menschen ausgestattet und bieten uns einen Spiegel für unsere Emotionen.

Fragen zur eigenen Persönlichkeitsentwicklung können durch das Interagieren mit dem Hund aufgeworfen werden.

  • Wie steht es mit der Ausdrucksfähigkeit meiner Gefühle?
  • Kann ich anderen und mir selbst ausgelassen Freude und Zuneigung zeigen?
  • Wie kann ich mit Grenzen umgehen? Im Setzen und gesetzt bekommen?
  • Welchen Dingen gehe ich aus dem Weg?
  • Wann passe ich mich an, wo bin ich dominant?
  • Wie halte ich es mit Nähe und Distanz?
  • Welche „Nase“ habe ich für die Befindlichkeit meiner Mitmenschen?
  • Kommuniziere ich klar, eindeutig und unmissverständlich?
  • Wie gehe ich mit meinen eigenen Ängsten um?

 


Wer hat Angst vor dem Hund?

Wer von „Hundeangst“ geplagt wird, ist in seiner freien Bewegung in der Öffentlichkeit sehr eingeschränkt und Stress ausgesetzt. Hunde begegnen uns ständig, in der Stadt noch mehr als auf dem Land. Leider verfügt auch nicht jeder Hundebesitzer über die nötige Sozialkompetenz der Rücksichtnahme, und reagiert verständnislos, wenn nicht jeder von seinem „vierbeinigen Liebling“ so begeistert ist wie er selbst.

Hundeangst entstand oft aus schlechten Erfahrungen aus der Kindheit, oder durch Lernen am Modell, wenn ein Elternteil seine eigene Hundeangst nicht in den Griff bekommen hat. Das ist sehr schade, denn ein Leben mit weniger Angst ist einfach schöner und in den meisten Fällen ist die Furcht nicht angemessen. Durch behutsame, verständnisvolle Herangehensweise können sie oder ihr Kind das richtige Verhalten bei der Begegnung mit einem Hund lernen und Verhaltensweisen Schritt für Schritt einüben, durch die sie Ängste abbauen und , Selbstvertrauen gewinnen.

Meine Hündin Anouk, ein zurückhaltender Eurasier-Bordercollie-Mischling ist ein schulklassenerfahrenes, in tiergestützter Therapie ausgebildetes, freundliches und aggressionsfreies Tier. Das Training mit dem Hund ist mittlerweile eine erfolgreiche und anerkannte therapeutische Intervention bei ADHS, ADS, Asperger-Syndrom und vielen Störungen im motorischen und psychosozialen Spektrum.

Tiere regen alle Sinne an. Jede Eigentätigkeit bei erworbenen oder angeborenen Beeinträchtigungen wird durch Ansprache der Sinne durch den Hund unterstützt. Da der Hund ohne Vorurteil begegnet, er unterscheidet weder zwischen dick oder dünn, dumm oder gescheit, reich oder arm, lösen sich leicht Kommunikationsbarrieren auf, Gelegenheit zum Austausch und Kontakt wird angeregt und aktiviert.

Da Anouk leider keinen Zugang in den Praxisräumen hat, können wir für Maßnahmen mit tiergestützter Intervention einen anderen Treffpunkt vereinbaren.